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"STICKS"


Das Deutsche Fachmagazin für Schlagzeuger und Perkussionisten
Ausgabe 07.1997, Rubrik "Tips" (Tom Schäfer)


WESTAFRIKANISCHE DJEMBERHYTHMEN

Obschon die Djembe längere Zeit bereits zu den hier ganz populären afrikanischen Trommeln gehört, waren Lehrbücher über die Tradition und Spielweise des klassischen Instruments aus Guinea , Elfenbeinküste, Senegal, Burkina Faso und Mali bis dato, zumindest in Deutschland , nicht existent. Jetzt aber gibt es ein rund vierzigseitiges Werk des Schweizer Perkussionisten Stephan Rigert , der aus jahrelangen Erfahrungen (u.a. durch seine Studienaufenthalte in Senegal, Guinea, und Mali) eine Auswahl traditioneller Djembe-Rhythmen zusammengetragen hat, um diese in seinem Buch "Westafrikanische Djembe-Rhythmen" dem interessierten Publikum zu vermitteln. Insgesamt werden dreizehn verschiedene Grooves präsentiert (Danza, Doundoumba, Mandiani, Komodenu, Djole, Tiriba, Sorsonet, Kassa, Fankani, Soli Lent, Soli Rapid, Kakilambe, Kuku ), die in ihrer typischen, rhythmisch- melodiösen Form und Vielstimmigkeit in transparenter Notation abgebildet sind. Zunächst aber startet das Lehrwerk mit nützlichen Informationen zu spieltechnischen Hintergründen. Auf diesem Weg erfährt der Leser, dass ein geschlossenes Trommelensemble, neben ein, zwei oder drei Djembes, ebenso drei Basstrommeln (Doundoum, Sangbang, Kenkeni) plus dazugehörende Glocken umfasst. So können sehr dichte Rhythmen kreiert werden. Diese bedürfen in ihrer komplexen Form allerdings auch einer "hirarchischen Struktur", welche je nach Spielthematik von bestimmten Trommlern und Tänzern mit den entsprechenden "Calls" und "Cues" klar definiert wird. Darüber hinaus sind in der Einleitung Schlagsymbole und Handsätze erklärt. Ebenso findet man zum Thema Djembe ein "kleines Trommler ABC„. All dies ermöglicht dem Leser eine sinnvolle Vorbereitung und einen guten Einstieg in die folgenden Rhythmus-Exkursionen. Alle Grooves sind sehr übersichtlich gestaltet, so das jede einzelne Trommelstimme in leicht verständlicher Notation und Symbolsprache auch im Kontext der rhythmischen Verzahnung mit den übrigen Instrumenten und Trommelstimmen unmissverständlich zu erfassen ist. Neben den rhythmischen Basisformen sind Variationen, Solo-patterns, Breaks, Cues und Calls angeboten. So kann sich der ambitionierte Perkussionist über den Groove hinaus, auf facettenreiche Expeditionen in den Bereich des Arrangements und des Solos begeben. Das Buch "Westafrikanische Djemberhythmen" richtet sich nicht an den Anfänger, es ist ein kompaktes Werk mit einer Menge an Informationen über traditionelle Rhythmen, die sicherlich auch den fortgeschrittenen Perkussionisten ganz schön fordern werden. Gut, dass es dieses Buch gibt!